Team

Bertram Weisshaar
Spaziergangsforscher
Spazierwissen ist eine notwendige Ergänzung und Überprüfung unseres schriftgelehrten Wissens.

Im Laufe von 25 Jahren konnte ich schon viele Menschen mitnehmen auf von mir gestaltete Spaziergänge oder auch mehrtägige Wanderungen. Stets handelt es sich dabei auch um »Gedankengänge«, die den ungewöhnlichen Blick und überraschende Perspektiven suchen. Oft bilden dabei Sehens-Würdigkeiten einen Spannungsbogen mit Denk-Würdigkeiten. Die Beschäftigung mit der Alltagsumgebung und den Alltagslandschaften scheint mir so wichtig wie das Wandern in Naturreservaten und Wanderparadiesen. Nicht zuletzt geht es mit diesem Gehen immer auch darum, Veränderungen anzugehen, im Denken und Handeln. Das wichtigste Motiv aber ist: Gehen macht glücklicher!

Atelier LatentE-Mail an Bertram Weisshaar
Leonie Rhode
Prozessgestalterin

Nicht Sensationen suchen wir, sondern Verbindung und Wahrhaftigkeit.

Seit ich beschlossen habe, dem Schreibtisch zumindest teilweise den Rücken zu kehren, weil das Leben da draußen passiert, bin ich näher an den Dingen. Ich begleite Gruppen und Einzelpersonen in verschiedenen Kontexten in die Natur und durch Stadt und Landschaft. Mein Anliegen ist, die Beziehung von Mensch und Raum erlebbar zu machen. Wie kann eine neugierige Annäherung, ein lebendiges Forschen und ein Handeln in gutem Sinne aussehen? Wie gestalten wir unsere Umwelt und wie verständigen wir uns darüber? Ich schätze die Natur als lebendigen Erfahrungsraum für ein Lernen mit allen Sinnen. Und wenn eine Frage mal nicht beantwortet werden kann – um so besser – ein bisschen Zauber gehört nämlich auch dazu.

Landschaft & LebenE-Mail an Leonie Rhode

Referent*innen 2020

Bettina Grote
Systemische Naturtherapeutin und Beraterin, Lehrtrainerin

Bettina Grotes Angebot umfasst Weiter­bildungen, Einzel­beratungen in Berlin sowie Qualifizierungs­module und Klausuren für Institutionen. Alle Arbeiten führen in unter­schied­liche Landschaften, in Wälder, an Flüsse, in hügelige Gegenden, an Meeres­küsten oder auch an städtische Erinnerungsorte.

Naturverbundenheit nimmt hier einen hohen Stellen­wert ein. Letztlich sind wir Menschen, die in der gegen­wärtigen Welt ihre Aufgabe und ihren guten Platz suchen oder ein­nehmen, mit­samt der Komplexität und Technik, die dazu gehören. Doch scheint es gleich­zeitig nützlich, dem „Zauber des Lebens“, der gesamten lebendigen Natur und der Geschichte der Menschheit auch verbunden zu sein und so Qualitäten wie Intuition, gesunden Menschen­verstand, nahe­liegendes Handeln des Körpers, ein Einge­bunden­sein in größere Zusammen­hänge des Lebens mit­zu­pflegen, um das Leben gelingen zu lassen, zu bewältigen, mitzugestalten.

Systemische Prozessgestaltung
Hildegard Kurt
Kulturwissenschaftlerin, Autorin, soziale Künstlerin

Als promovierte Kulturwissenschaftlerin zählt Hildegard Kurt zu denen, die bereits seit geraumer Zeit die kulturelle und ästhetische Dimension des Leitbildes Nachhaltigkeit erkunden. Zu ihren Büchern zählen »Kultur – Kunst – Nachhaltigkeit« (mit Bernd Wagner, 2002), »Wachsen! Über das Geistige in der Nachhaltigkeit« (2010), »Die rote Blume. Ästhetische Praxis in Zeiten des Wandels« (mit Shelley Sacks, 2013), »Lebendigkeit sei! Für eine Politik des Lebens. Ein Manifest für das Anthropozän« (mit Andreas Weber, 2015) und »Die neue Muse. Versuch über die Zukunftsfähigkeit« (2017).

Sie ist Mitbegründerin des und. Institut für Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit e.V. (und.Institut) in Berlin und Mitinitiatorin der bundesweiten ERDFEST-Initiative (seit 2018), gefördert vom Bundesamt für Naturschutz.

Die von ihr begleiteten Lebendigkeitswerkstätten (seit 2015) beruhen auf einem erweiterten Verständnis von Kunst, wie Joseph Beuys es einst vorschlug. Sie beinhalten eine Reihe von Erfahrungsprozessen, die das Wahrnehmen verlebendigen und von da aus in ein vertieftes Mitsein in und mit der lebendigen Welt führen.

Webseite
Ruben Kurschat
Prozessbegleiter und Audio-Autor

Ruben Kurschat konzipiert und produziert Hörspiele zur Stadt­er­kundung. Dabei ent­stehen Gesamt­kompo­sitionen aus aktuellen und historischen Original­tönen, orts­bezogener Musik, unter­stützenden Klang- und Geräusch­collagen sowie einer Ver­knüpfung von Fakten und Fiktion, was seinen Audio­touren ihren spezifischen Hör­spiel­charakter verleiht. Im Künstler-Laboratorium Soundmarker untersucht Ruben Kurschat Neuigkeiten auf dem Gebiet orts­bezogenen Audioarbeit.

Stadt im OhrSoundmarker
Antje Schiffers
Wandermalerin, Werkskünstlerin

Antje Schiffers ist bildende Künstlerin. Im Fokus ihrer Arbeit steht die kulturelle Produktion im ländlichen Raum. Dabei begibt sie sich in unter­schiedliche Rollen, um in andere Lebens­welten einzu­tauchen. Häufig konzipiert sie ihre Projekte als Tausch­handel: Für Ergeb­nisse ihrer künstler­ischen Arbeit – beispiels­weise Zeichnungen oder Ölbilder – erhält sie im Gegenzug Texte, Videos oder Alltags­gegen­stände. Für ihre Werkreihe «Ich bin gerne Bauer und möchte es auch gerne bleiben» malt sie zum Beispiel für Landwirte Bilder von deren Hof, wofür diese im Gegen­zug Video­filme über ihre tägliche Arbeit drehen. Siehe hierzu Portrait auf arté

2003 hat Antje Schiffers gemeinsam mit Kathrin Böhm (London) und Wapke Feenstra (Rotterdam) die Künstler­innen­gruppe Myvillages gegründet. Diese richtet ihr Interesse auf das kulturelle Leben im dörf­lichen Kontext und stellt ver­festigte Vor­stellungen von Stadt und Land in Frage. Hierbei bedient sich Myvillages eines breiten Reportaires ver­schiedenster Formate, so etwa lang­fristiger Projekte, einem Laden, einem reisenden Archiv, Büchern und Museums­aus­stellungen, inter­dis­zipli­nären Tagungen und Theater­produktionen.

Ante SchiffersIch bin gerne BauerMy villages
Viktoria Scholz
Objektkünstlerin

Viktoria Scholz lebt und arbeitet in Leipzig, seit 2011 unter dem Label Arte Lileè. Der Name „ARTE LILEÈ“ steht für eine Qualität bzw. Handschrift (Arte=Kunst+Li= Licht+Le= Leben) in Kunst, Handwerk und Pädagogik. Ein wichtiger Beitrag von Arte Lilee ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Tür zu ihrer eigenen Kreativität zu öffnen und kreativen Arbeits-Flow zu ermöglichen, so dass sie über sich selbst hinaus wachsen. Dazu hat Viktoria Scholz in eigener künstlerischer Arbeit mehrere Methoden in verschiedenen Materialien entwickelt und praktisch/pädagogisch erforscht. Diese „Module“ funktionieren mit Gruppen sehr gut, auch in unteschiedlichen Themenfeldern.

Vicci LileeArte Lilee
Lothar Wilhelm
Handwerker, Soziologe, Regionalentwickler

Lothar Wilhelm ist unglaub­lich neu­gierig und zitiert gerne aus der „Sendung mit der Maus“. Seit 30 Jahren ist er unter­wegs als selbst­ständiger Tourismus­berater besonderer Art. Themen wie Wald, Methoden der Kultur- und Natur­vermitt­lung und Werk­stätten setzt er als Methode und Ort der Ver­wirk­lich­ung im wort­wört­lichen wie im über­trag­enen Sinne ein. Sein Creedo: "Ernste Dinge tun mit Humor" und "Menschen sind spannend". Als wichtige berufliche Er­kennt­nis fasst er zu­sammen: „Wer nur etwas von Touris­mus ver­steht, ver­steht auch nichts von Touris­mus“ – und meint, dies sei über­trag­bar. Seine Projekte wie „WaldWerken“ erhielten Umwelt- und Nach­haltig­keits­aus­zeich­nungen und lösen spontan Lust zum Mit­machen aus.

Kultourwerk

Referenten 2019

Andreas Teichmann
Fotograf

Seit über 25 Jahren arbeitet Andreas Teichmann freiberuflich als Fotograf. Mit Leidenschaft und Ausdauer arbeitet er an Projekten, die den Menschen und seine Umwelt untersuchen. Zunehmend kombiniert er dabei seine Profession mit seiner Freude für das Wandern, um seine Wahrnehmung wieder neu zu sensibilisieren. So wanderte er im Jahr 2017 in 50 Tagen von Aachen bis Zittau. (DurchDeutschland.eu) Seine visuellen Entdeckungen entlang des Weges spiegeln den langsamen Bewegungsrhythmus des täglichen Gehens. Die daraus entstandene Ausstellung „Durch Deutschland“ wandert mittlerweile erfolgreich durch das Land und wurde u.a. bereits in Aachen, Stuttgart und Köln gezeigt. Im Sommer 2019 ist er wieder mit Kamera im Wanderrucksack unterwegs, dieses mal von den Alpen bis Sylt. Wir drücken ihm die Daumen und verfolgen seine Tour auf seinem Blog : www.50days.de.

Website
Ulrich Grober
Journalist und Buchautor

Die „Magie des Gehens“ fasziniert Ulrich Grober schon seit langem. In den Anfängen des „neuen Wanderns“ stieß sein Buch „Vom Wandern – neue Wege zu einer alten Kunst“ (2006) auf große Resonanz. Sie hält bis heute an. Darüber hinaus gilt er als Experte für Nachhaltigkeit. Als Autor interessiert ihn besonders die Verknüpfung von Kulturerbe und Zukunftsvisionen. Und nicht zuletzt die Kunst des Storytelling. 2017 hat er ein Wander-Kolloquium und die Ausstellung „Wanderlust“ in Eisenach mit kuratiert.