Am Vorabend zur ersten Etappe der LandPartie „Kohle ohne Ende?“ unternehmen wir einen Abstecher zur Halde Noppenberg. Der Regen und die tiefhängenden Wolken verleihen der Vegetation etwas Magisches. Ein Hauch von Wildnis. Dabei ist dieser Berg denkbar künstlich: Das hier etwa 100 Meter hoch aufgeschüttete Gesteinsmaterial wurde aus dem 900 Meter tiefen Steinkohlen­schacht ans Licht befördert. Maximal unnatürlich! So könnte man eine solche Anhäufung von taubem Gestein bewerten. Doch keine fünfzig Jahre nach Stilllegung der Zeche (1983) finden sich hier nun besondere Arten  und der Berg wurde zum Naturschutzgebiet erklärt. Und schon werden Wanderer gegängelt, als Störenfried behandelt. Nur im Rahmen von Führungen sind sie gern gesehen.

Neben der Ästhetik der wilden Vegetation faszinieren an diesem doch so artifiziellen Ort gerade auch die Fragen, die von eben dieser Vegetation geweckt werden: Was ist denn hier nun Natur? Und was schützt dann hier der Naturschutz?

Halde Annaberg

 

Hagebutten

Fotos: Bertram Weisshaar (1, 2); Leonie Rhode (3)
Text: Bertram Weisshaar